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Gertrud Weiss-Richter
Matura 1960. Studium an der Akademie
der Bildenden Künste, Wien.
Grafik und Malerei bei Martin und Melcher,
Abendakt bei Boeckl.
Lehramstprüfung und Diplom 1965.
1967-74 Paris, Los Angeles und New York.
Lebt seit 1978 in Klagenfurt, Österreich.
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Contact
Gertrud Weiss-Richter
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WANDINSTALLATION
Wandinstallation im Sudhaus von Sorgendorf/Bleiburg
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Wandinstallationen - Objekte -
Bilder
Von Franz Brandl
Die gebürtige Linzerin lebt seit 1978 in Klagenfurt
und ist auch als bildnerische Erzieherin tätig.
Ihre Malweise ist innerhalb der nicht geometrischen,
abstrakten Tendenzen angesiedelt, die sie in Verzicht auf
beschreibende Bildmotive und auf formale sowie
kompositionelle Regeln im spontanen Malakt artikuliert und
als psychische Improvisation interpretiert werden kann. Man
müßte bei Gertrud Weiss-Richter informelle
Geometrie als Absicht einräumen - wie man etwas findet,
und dann eine Weile daran festhält.
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VERFALLENER BAU
1989, 40 X 29,8 cm, Buntstift
Rötel auf Transparentpapier
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Über das neuere Oeuvre von
Gertrud Weiss-Richter
Von Wolfgang Posautz
In den neueren Arbeiten von Gertrud Weiss-Richter
läßt sich eine deutliche Änderung in ihrem
künstlerischen Wollen erkennen. Ihr bisheriges Oeuvre
war geprägt von einer genau thematisierten Ikonografie.
Die persönliche Auseinandersetzung mit Glaube, Tod, der
Zerstörung unserer Umwelt bestimmte eine expressive und
bewußt morbide Formensprache, wobei das grafische
Element das bestimmende in der künstlerischen Umsetzung
war.
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ALTE HANDSCHRIFT
1993, 65 X 135 CM,Acryl und Kohle,
Kreide auf Leinwand
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Viele ihrer neuen Bilder sind noch stark vom
früheren Wollen beeinflußt, die
Auseinandersetzung ist aber eine andere geworden. Die Frage
nach Farbe, Form und Struktur ist nun wichtiger als jene
nach dem Inhalt. Das Kreuz verliert dabei sein Symbol
für Tod und Auferstehung und wird mit einem waagrechten
und senkrechten Element zum variablen Motiv im Suchen nach
neuer Formgebung.
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Ohne Titel
1996, 65 x 135 cm,
Acryl auf Leinwand
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Die Grafik emanzipiert sich dabei vom gemalten Hauptmotiv
und dient nicht mehr wie in früheren Schaffensperioden
zur expressiven Akzentuierung des Themas. Malerei und
Zeichnung stehen nebeneinander als jeweils separate
Formgebung oder ergeben - in den neuesten Arbeiten jedoch
eher selten - zusammen ein Thema, wobei beide Elemente ihren
jeweils spezifischen Eigenwert innehaben.
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Ohne Titel
1995, 19,3 x 10 cm,
Kaltnadelradierung,
überarbeitet;
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Wie bei den Handschriftenbildern, in denen das
Skripturale durch die Zeichnung angedeutet ist. Immer
öfter unterscheidet die Künstlerin zwischen rein
gemalten und rein grafischen Arbeiten, wobei die Grafik der
Künstlerin bei den subtilen Kleinformat-Radierungen
einen großen Spielraum bietet.
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Ohne Titel
1996, 90 x 145 cm,
Acryl auf Leinwand
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Auch in der Malerei leugnet Gertrud Weiss-Richter ihre
Affinität und ihren künstlerischen Ursprung in der
Zeichnung nicht. Der Strich wird jedoch zu einer breiten
Pinselführung, Form und Farbe werden zu den
eigentlichen Themen. Die Farben sind die gleichen geblieben.
Es sind "Erdfarben", die die Künstlerin immer wieder
verwendet. Sie sind intensiver und wirken dadurch
wärmer als in den früheren Jahren. Weiss-Richter
beschäftigt sich in vielen ihrer neuen Arbeiten mit
Farbanalyse, die sie durch eine Hell-Dunkel-Abstufung
darstellt.
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Ohne Titel
1995, 10,5 x 14,5 cm, Aquarell
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Die Formgebung ist eine Waagrechte oder ein
(Regen-)Bogen. Verlieren die Bilder die Farbe als Thema, so
wird die Form ein Ganzes; entweder ein voller, fast
dreidimensional erscheinender Kreis &endash; die Assoziation
zu einem Rad drängt sich auf &endash; oder die breiten
Stücke werden zu einer ruhigen Fläche in Form
eines Rechtecks oder Quadrats.
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Ohne Titel
1996, 150 x 190 cm, Acryl auf Leinwand
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Der Schritt, den Gertrud Weiss-Richter in ihrem jetzigen
Schaffen tut, ist einer von Kunst als Ausdrucksmittel
individueller, aber auch allgemeiner Gefühlssituation
in Form einer expressiven und sensiblen Sprache hin zur
Kunst als Diskussionsebene für Kunst im Bereich der
Malerei durch Suchen und Finden neuer Farb- und
Formgebungen.
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